Technik & Verfahren

Hydroseeding & Nassansaat

Spritzbegrünung Hydrosaat Nassansaat Anspritzbegrünung Hydroseeding

Das Verfahren

Ausbringtechnik und Formulierung sind zwei verschiedene Dinge.

Spritzbegrünung, Hydrosaat, Hydroseeding, Nassansaat, Anspritzbegrünung — verschiedene Bezeichnungen für dasselbe Ausbringverfahren. Was das Ergebnis bestimmt, ist nicht der Verfahrensname. Es ist die Formulierung.

Im Anspritzverfahren wird ein pumpfähiges Gemisch unter Druck auf die Zielfläche aufgetragen. Tankgröße, Pumpenleistung und Schlauchsystem bestimmen Reichweite und Flächenleistung — bei SRBT bis zu mehreren hundert Metern Ausladung.

Die Technik ist das Werkzeug. Die Qualität des Ergebnisses — Erosionsschutz, Vegetationsetablierung, Langzeitstabilität — hängt vollständig von der Zusammensetzung des applizierten Gemisches ab: Mulchmaterial, Biopolymerklasse, Trägermedium, Saatgutspektrum und Zuschlagstoffe werden für jeden Standort projektspezifisch konfiguriert.

SRBT setzt hauseigene Simulationstools ein, um auf Basis weniger Kerninformationen — PLZ, Ausführungszeitraum, Standortklasse — Keimzeitprognosen, Bodentemperaturverlauf und Wassereinsparung gegenüber der Trockenaussaat rechnerisch zu belegen. Das Ergebnis ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage vor der Ausführung.

Anwendungsfelder

Wo das Anspritzverfahren eingesetzt wird.

Das Verfahren ist universell — die Formulierung ist es nicht. Substrat, Belastungsprofil und regulatorischer Kontext bestimmen die Zusammensetzung.

Böschungsbegrünung & Infrastruktur
Böschungsbegrünung & Infrastruktur

Straßen- und Autobahnböschungen, Bahndämme, Lärmschutzwälle — faserverstärkte Formulierungen mit Biopolymerbindern für dauerhafte Erosionsstabilisierung unter Verkehrs- und Mähbelastung.

Rekultivierung & Renaturierung
Rekultivierung & Renaturierung

Tagebaufolgeflächen, Deponien, Moore, Auen — Pedogeneseverfahren und standortangepasste Saatgutmischungen für biologisch aktive Bodenstrukturen auf Extremstandorten ohne natürlichen Oberboden.

Wassernahe Bereiche
Wassernahe Bereiche

Regenrückhaltebecken, Dammböschungen, Gewässerrandstreifen — ausschließlich wassergefährdungsklassenfreie Formulierungen. Kein Kleber auf Polybutadienbasis, standortangepasste Saatgutmischungen für Wechselfeuchtestandorte.

Alpin & unzugängliche Flächen
Alpin & unzugängliche Flächen

Hochlagen, Steilhänge, Lifttrassen, Lawinenschutzbauten — kurze Vegetationsperioden erfordern Thermocontrol-Formulierungen. Ausführung bodengebunden oder per Flugbegrünung.

Slope protection
Abbau, Deponie & Industrie

Betriebsbegleitende Stabilisierung parallel zum Betrieb — alle Formulierungen wassergefährdungsklassenfrei (AwSV). Staubbindung und schrittweise Begrünung ohne Betriebsunterbrechung.

Hydromulch a low-cost
Golf & Sportanlagen

Neubau, Sanierung und Wiederherstellung nach USGA- und FLL-Norm. Formulierungen ohne Rückstände im Substrat, standortangepasste Saatgutmischungen für Hochleistungsrasenflächen.

Unser Ansatz

Von der Standortanalyse zur Feldapplikation.

SRBT begleitet Hydroseeding-Projekte von der ersten technischen Spezifikation bis zur Abnahme — Planung und Ausführung in einer Hand.

01
Standortanalyse & Simulation

Substrat, Exposition, Neigung, Klimazone und wasserrechtliche Rahmenbedingungen werden erfasst. Hauseigene Simulationstools bilden Bodentemperaturverlauf und Keimprognose rechnerisch ab — vor der Ausführung, nicht danach.

02
Formulierungsentwicklung

Mulchmaterial, Biopolymerklasse, Saatgutmischung und Zuschlagstoffe werden projektspezifisch konfiguriert. C/N-Verhältnis, AwSV-Konformität und regulatorische Anforderungen fließen direkt in die Rezeptur ein.

03
Ausführung & Monitoring

Eigene Hydroseeder-Flotte, geschultes Personal, laborgestützte Qualitätskontrolle. Dokumentation und Etablierungsmonitoring sind fester Bestandteil jedes Auftrags.

Formulierungstiefe

Mulchmaterial und thermisches Management — die unterschätzten Parameter.

C/N-Verhältnis als Schlüsselparameter

Thermocontrol — thermisches Management im Keimhorizont

Das Mulchmaterial ist der am häufigsten unterschätzte Parameter im Anspritzverfahren. Kurzgeschnittenes Stroh wird noch immer häufig eingesetzt — kostengünstig, aber mit einem ungünstigen C/N-Verhältnis, das Stickstoff im Boden mikrobiell immobilisiert. Auf anspruchsvollen Standorten führt das regelmäßig zu Keimhemmung und verzögertem Vegetationsaufbau.

SRBT setzt Holzfasermulche und projektspezifisch zusammengesetzte Trägermedien ein, deren C/N-Verhältnis auf das jeweilige Substrat, den Düngeplan und das Saatgutspektrum abgestimmt ist.

SRBT setzt eigenentwickelte Thermocontrol-Zuschlagstoffe auf Basis von Pflanzenkohle und Huminsäure ein. Im Winter reduzieren sie die Oberflächenalbedo und erhöhen die Temperatur im Keimhorizont um 2–4 °C — das verschiebt das nutzbare Keimfenster in der Frühjahrs- und Herbstansaat messbar nach vorn.

Im Sommer wirkt der Effekt umgekehrt: erhöhte Albedo, reduzierte Wärmeabsorption, Kühlung der Bodenoberfläche — relevant für Extremstandorte mit Hitzestress. Pflanzenkohle ist biologisch abbaubar und mikroplastikfrei.

0 25 50 75 100 C/N-Verhältnis 80 Kurzhäckselstroh 100+ Weizenstroh 30 Holzfasermulch Optimum Stroh (C/N > 60): N-Immobilisierung durch Mikroorganismen → Keimhemmung Holzfasermulch (C/N ~30): ausgeglichene N-Bilanz → keine Keimhemmung
Winter ↓ Albedo hohe Absorption Pflanzenkohle · Huminsäure Keimhorizont: +2–4 °C Temperatur ↑ Keimung gefördert Sommer ↑ Albedo hohe Reflektion Erhöhte Albedo-Formulierung Keimhorizont: Kühlung Temperatur ↓ Hitzestress reduziert Dunkle Formulierung: niedrige Albedo → erhöhte Absorption → Wärme im Keimhorizont Helle Formulierung: hohe Albedo → erhöhte Reflektion → Kühlung der Bodenoberfläche

Technische Hintergründe:

C/N-Verhältnis, AwSV, Albedo

C/N-Verhältnis: Strohbasierte Mulche haben ein ungünstiges C/N-Verhältnis (>80:1), das Stickstoff im Boden mikrobiell immobilisiert und die Keimung hemmt. Holzfasermulche mit C/N-Verhältnis zwischen 30:1 und 50:1 sind auf anspruchsvollen Standorten deutlich leistungsfähiger. SRBT stimmt das C/N-Verhältnis der Gesamtformulierung auf das jeweilige Substrat und den Düngeplan ab.

Wasserrecht (AwSV): Kleber auf Polybutadienbasis sind wassergefährdend (WGK 1–2) und für Regenrückhaltebecken, Gewässerrandstreifen und Flächen mit direktem Gewässeranschluss nicht zulässig (§62 AwSV). SRBT formuliert für wassernahe Bereiche ausschließlich mit WGK-0-Bindern.

Thermisches Management (Albedo): Pflanzenkohle-basierte Zuschlagstoffe (Thermocontrol) reduzieren im Winter die Oberflächenalbedo — die Oberfläche absorbiert mehr Sonnenstrahlung und erwärmt den Keimhorizont um 2–4 °C. Im Sommer wirkt der Effekt umgekehrt: erhöhte Albedo, reduzierte Absorption, Kühlung der Bodenoberfläche. Pilzdruckreduktion als positiver Nebeneffekt; biologisch abbaubar, mikroplastikfrei.

Die Keimfensterverschiebung durch Thermocontrol wird mit dem hauseigenen ThermoBoost-Simulationstool für DACH-Standorte auf Basis von PLZ und Ausführungszeitraum berechnet.

Planungsunterstützung

Simulationsgestützte Entscheidungsgrundlage.

SRBT setzt hauseigene Planungstools ein, die auf Basis weniger Kerninformationen das Systemverhalten rechnerisch abbilden — als Grundlage für Formulierungsentscheidungen und Ausführungsplanung.

TES-Simulation: PLZ-Eingabe → Klimadaten → Simulation von Bodentemperatur-Tagesgang, Keimzeitverkürzung und Wassereinsparung gegenüber Trockenaussaat. Vier TES-Produktvarianten (TES-14/21/21-HP/30), weltweite PLZ-Abdeckung.

ThermoBoost-Simulation: Frühjahrs- und Herbstansaat im DACH-Raum: Frostrisikobewertung, Keimfensterverschiebung durch Thermocontrol-Einsatz, standortspezifische Temperaturprognose im Keimhorizont auf Basis von PLZ und Ausführungszeitraum.

Kalkulationstool V1.5: Rezeptur, Mengenbedarf und Einheitspreis in einem Arbeitsgang — auf Basis von Standortklasse, Fläche, Neigung und Saatgutspezifikation. C/N-Verhältnis der Gesamtformulierung und Düngekorrektur integriert.

In Entwicklung: Sedimentabtragsmodelle nach ASTM, bodenprobenbasierte Partikelbildungskomposition, Niederschlags-Abtragskorrelation — für eine vollständig simulationsgestützte Vorplanung vom Bodenprofil bis zur Applikationsrezeptur.

SRBT Hydroseeding Platform · BAB A94 km 23 Böschung Nord · Autobahn GmbH Simulation aktuell PROJEKT FLÄCHE 12.400 m² STANDORT / PLZ 84494 Neumarkt-Sankt Veit AUSFÜHRUNGSZEITRAUM April – Mai 2025 SYSTEMKLASSE C – Kritische Böschung 1:2 und steiler Rohboden REZEPTUR FASERSTOFF Holzfaser EC-N Holzfaser 100% · EU 2018/848 zertifiziert Faser 150,0 g/m² Bodenkleber (Guar) 8,0 g/m² org.-min. Dünger 47,0 g/m² SAATGUT Böschung Regio 30/70 Regio-Saatgut SAISONEMPFEHLUNG Frühjahrsansaat ✓ Optimaler Zeitraum. Steigende Bodentemperaturen, ausreichend Angebotskalkulation Mischungsinformationen Vegetationsprognose BODENTEMP. 9 °C NIEDERSCHLAG 68 mm FROSTRISIKO gering TROCKENSTRESS keiner KEIMVERZÖG. keine KLIMAZONE Cfb Ozeanisch VEGETATIONSPROGNOSE · DECKUNGSGRAD · SYSTEMKLASSE C 84494 Neumarkt-SV · April · klimakorrigiert 100% 75% 50% 25% 0% 85–96 % T14 T28 T42 T70 T100 T14: 2–6 % T28: 10–22 % T42: 35–58 % T70: 70–88 % Min/Max-Band Mittellinie Abnahme-Richtwert ≥ 80 % C/N-BILANZ DER MISCHUNG C-Gehalt Faser (analytisch) 48,0 % N-Gehalt Faser 0,50 % C/N vor Düngung 96 : 1 Düngerbedarf 470 kg/ha C/N nach: 22,4 : 1 Zielkorridor 17–35 : 1 Optimal – kein N-Immobilisierungsrisiko Analytische Deklarationswerte · kein Äquivalenzfaktor TECHNISCHE MISCHUNGSPARAMETER Faserstoff Holzfaser EC-N Applikationsmenge Faser 150 g/m² · 1.860 kg Bodenkleber (Guar) 8,0 g/m² org.-min. Dünger 47 g/m² · 583 kg m² pro Tankfüllung 1.500 m² Tankfüllungen gesamt 9 Tanks · 1 AT Maschine Finn T120 · 225 kg/T NORMEN & ZULASSUNGEN DIN 18918 · Fertigstellungspflege ZTVE-StB · Böschungsstabilisierung EU 2018/848 · Bio-konform AwSV · WGK-frei VOB/C · DIN 18320
SRBT Sedimentabtragsmodell · Hangsicherung Alpin · Lage 7b · Bundesforste ASTM D6459 ASTM D7101 DIN 19708 Modell validiert STANDORTPARAMETER HANGNEIGUNG 1 : 1,2 · 40° extrem kritisch BODENTYP Skelettboden alpin · Kf 8,5 × 10⁻⁴ m/s HANGLÄNGE 68 m STARKREGEN (ASTM D6459) Stufe I–III · 51 / 102 / 152 mm/h 3 × 20 min sequentiell EROSIONSSCHUTZFORMULIERUNG STUFE 1 — SOFORTSCHUTZ Flex 3D-Faser · 300 g/m² Biopolymer-Kleber 12 g/m² · Applikation nass unmittelbar nach Geländemodellierung STUFE 2 — VERSIEGELUNG Flex 3D-Faser · 180 g/m² Verdickungspolymer 6 g/m² · Versiegelungsschicht nach 48–72 h Antrocknung Keine Begrünung · Reine Oberflächensicherung GESAMTAUFWAND FASER 480 g/m² · 2-stufig TESTBEDINGUNGEN Prüfnorm ASTM D6459-19 Hangneigung Testplot 3H : 1V Plotgröße 2,4 × 10,1 m Substrat Skelettboden alpin Starkregen I / II / III 51 / 102 / 152 mm/h Wiederholungen n = 9 · KI 95 % Standortkennwerte Sedimentabtragsmodell Parametermatrix Vergleichsszenarien SEDIMENT ROHBODEN 1.340 kg pro 60-min Ereignis SEDIMENT STUFE 1 87 kg Flex 3D · 300 g/m² SEDIMENT STUFE 1+2 18 kg nach Versiegelung GESAMTREDUKTION −98,7 % vs. Rohboden ABFLUSS ↓ −74 % Runoff-Reduktion KONF.-NIVEAU 95 % n = 9 Testläufe SEDIMENTABTRAG NACH REGENINTENSITÄT · ASTM D6459 kg / Testplot 500 375 250 125 0 51 mm/h 178 12 3 102 mm/h 398 32 8 152 mm/h 764 43 7 Rohboden Flex 3D Stufe 1 (300 g/m²) Stufe 1 + 2 versiegelt ABFLUSS-HYDROGRAPH mm/h 120 90 60 30 0 0 10 20 40 60 Zeit (min) Rohboden Stufe 1 Stufe 1+2 RUSLE-EROSIONSMODELL · PARAMETERÜBERSICHT PARAMETER SYM WERT EINHEIT QUELLE Erosivitätsfaktor Niederschlag R 118 MJ·mm/(ha·h·a) ZAMG Klimanormal Erodibilitätsfaktor Skelettboden K 0,052 t·ha / (MJ·mm) Labor BFW Hang-Längen-Neigungsfaktor LS 9,41 dimensionslos DIN 19708 / GIS Bedeckungsfaktor Rohboden C₀ 1,000 ASTM D6459 Kontrolle Bedeckungsfaktor Flex 3D Stufe 1 C₁ 0,065 ASTM D6459-19 Bedeckungsfaktor Stufe 1+2 versiegelt C₂ 0,013 ASTM D6459-19 A = R × K × LS × C₂ × P 7,9 t/(ha·a) RUSLE-Ergebnis Referenz Rohboden (C₀ = 1,0) 608 t/(ha·a) → −98,7 % WIRKUNG NACH APPLIKATIONSSTUFE Rohboden 100 % Flex 3D · 150 g/m² 60 % Flex 3D · 200 g/m² 40 % Flex 3D · 300 g/m² (Stufe 1) 6,5 % Stufe 1 + 2 versiegelt 1,3 % ✓ 0 % 100 % (Rohboden) Relativer Sedimentabtrag · Flex 3D-Faser ohne Begrünung · Vergleich Applikationsstufen Keine Begrünung Reine mechanische Oberflächensicherung
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